RT51 spendet für Norder Hospizverein

Bereits in dritter Generation setzen sich Auricher und Norder im Round Table RT51 Aurich-Norden ehrenamtlich dafür ein, damit es anderen besser geht. Der heutige Tischabend im Reichshof in Norden mit aktiven Tablern (unter 40 Lebensjahren) und so genannten Old Tablern (über 40 Jahre) begann zunächst schwermütig.

Der Förderverein stationäres Hospiz Norden e.V. berichtete von der täglichen Arbeit mit todkranken Menschen. Eine, wie wir Tabler finden, wichtige Arbeit, da die Familien und die Pflegerinnen und Pfleger in dieser Zeit, in der einem die Endlichkeit des Lebens nahe getragen wird, zusammenstehen müssen. Diese Zeit, die viele Familien mit ihren Angehörigen noch einmal sehr intensiv verbringen möchten, sollte in einem möglichst unbelasteten Umfeld erlebt werden können. Hospize, wie es sie etwa in Leer oder Jever, und bald auch in Emden geben wird, sind solche Orte.

„Hier können die ‚Gäste‘, wie wir sie nennen, den Zusammenhalt der Familie noch einmal intensivspüren“, betont Ina Franke vom Verein. Wie stark die Nachfrage nach einem Hospiz für die ostfriesischen Inseln, den Landkreis Aurich und speziell die Stadt Norden ist, zeigen Zahlen des Vereins. Im Jahr 2016 sind 91 Patienten auf der Palliativstation des Norder Krankenhauses verstorben, die meisten an Krebs. 40 davon hatten zuvor den Wunsch geäußert, in einem Hospiz untergebracht zuwerden. „Diesem Wunsch wollen wir mit einem solchen Gebäude gerecht werden“, ergänzt RudolfKleen.

Er vertritt im Besonderen die Insulaner, für deren Angehörige es besonders schwer ist, Ihre Verwandten in Hospizen auf der ostfriesischen Halbinsel zu besuchen. Gerade weil Norden eine wichtige Schnittstelle für den Verkehr zu den Inseln sei, biete es sich an, hier ein Hospiz zu errichten.

Der Verein hat auch schon konkrete Pläne, ja, sogar eine 3D-Animation, die schon eine weitereAusbaustufe für ein ambulantes Hospiz zeigt. „Der Landrat Harm-Uwe Weber hat uns mehrfach mündlich zugesagt, dass er ein Hospiz in Norden zwischen UEK und Johann-Christian-Reil-Haus unterstützt, auch beim Grundstück, denn 2019 soll Grundsteinlegung sein. Uns fehlt nur noch die schriftliche Bestätigung bevor wir weiter machen können“, so Kleen weiter.

Hell und geräumig soll es werden, mit Gemeinschaftsbereichen, Zimmern, in denen auch Angehörige übernachten können. Jedes Zimmer soll mit einer kleinen Terrasse ausgestattet sein, auf die diePflegebetten unkompliziert geschoben werden können, wenn die Sonne scheint. „Wo man den Nordseewind spüren kann“, meint einer der Tabler. Einige in der Runde haben selbst schon Erfahrungen mit Hospizen gemacht, und gleichermaßen erlebt, wie schwer es ist, einen Platz für Angehörige dort zu bekommen. In nur einem Satz macht Ina Franke deutlich, wie hoch die Nachfragean der Küste ist: „Die Gäste eines Hospizes bleiben im Schnitt nur ca. neun Tage – mache mehr,manche etwas weniger“.

Rund zwei Millionen Euro Baukosten sind veranschlagt, der Kauf des Grundstücks nicht einberechnet.

95% der Kosten eines Hospizplatzes trägt die Krankenkasse, für den Rest kommen Trägergesellschaften oder -Vereine auf. Für Norden gibt es schon konkrete Gespräche in diese Richtung, solange müsse man aber damit rechnen, den Eigenanteil von 120.000 Euro jährlich über den Förderverein aufbringen zu müssen.

Zum Glück, bekommt dieser schwermütig begonnene Abend gegen Ende des Vortrags von Rudolf Kleen und Ina Franke doch noch eine gewisse Leichtigkeit.

Denn der Round Table RT51 Aurich-Norden hat bei der langen Einkaufsnacht in Norden in der Innenstadt einen Caipirinha-Stand aufgebaut, traditionell vor dem Geschäft von Intersport Reinhardt, und Getränke für den guten Zweck verkauft. Die Norderinnen und Norder haben fleißig getrunken, somit freuen wir uns, dass wir am heutigen Abend eine Spende in Höhe von 1000€ an den Fördervereinstationäres Hospiz Norden e.V. übergeben können.

„Wir unterstützen damit nicht nur die Gründung einer nach unserer Meinung wichtigen Institution fürNorden, den Landkreis Aurich und die ostfriesischen Inseln, sondern wir wollen damit auch die Arbeitwertschätzen, die die vielen Helferinnen und Helfer schon in das Projekt gesteckt haben“, sagt ArminRoss, Präsident des RT51.